Psychotherapeutische Ambulanz im Auftrag der Justiz Trier (PAJu Trier)

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Trägerwechsel:

Nach erfolgreichem Abschluss der Aufbauphase übernimmt ab Januar 2012 das Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz die Trägerschaft für die "PAJu Trier". Das ambulante Behandlungsangebot für Sexualstraftäter in Trier wurde bislang als "Projekt" geführt und kann nun, nach Übernahme der Trägerschaft, entfristet und in eine Dauerfinanzierung überführt werden. D. h., das Konzept, der Standort und die Mitarbeiterinnen bleiben in bewährter Weise erhalten.
Weitere Informationen finden sich im Dankschreiben von Herrn Justizminister Hartloff.
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Was macht die PAJu Trier?

Die PAJu Trier bietet Beratung und Therapie für Sexualstraftäter an und richtet sich an männliche und weibliche Erwachsene. Wir verstehen Täterarbeit als Opferschutz und begegnen unseren Klienten mit Respekt und menschlicher Achtung. Hinsichtlich der Taten beziehen wir eine klar ablehnende Haltung.
Die Therapieambulanz ist in die psychosoziale und psychiatrische Versorgungslandschaft (z.B. Einrichtungen der Suchtberatung, Schuldnerberatungsstellen, sozialpsychiatrischer Dienst des Gesundheitsamtes) der Region eingebunden und verfügt über gute Kontakte zu Justiz und Polizei. Daneben findet ein fachlicher Austausch mit weiteren Einrichtungen der ambulanten und stationären Behandlung von Sexualstraftätern bundesweit und im europäischen Ausland statt.

Das therapeutische Team besteht aus einer Psychologische Psychotherapeutin und einer Diplom Psychologin, die in der Fallarbeit eng zusammenarbeiten. Angeboten wird deliktorientierte Psychotherapie und Gruppentherapie, Krisenintervention sowie Beratungsgespräche mit Klienten und deren Angehörigen.

Die Aufnahme von Klienten erfolgt nach vorgegebenen Prioritäten, wobei aus der Haft entlassene Sexualstraftäter mit therapeutischer Vorbehandlung (in einer sozialtherapeutischen Einrichtung oder im Regelvollzug) vorrangig behandelt werden. Eine Behandlung setzt weiterhin voraus, dass die Klienten emotional, verbal und kognitiv in der Lage sind, sich mit ihrem straffälligen Verhalten auseinander zu setzen und bereit sind, die eingeschränkte Schweigepflicht des therapeutischen Teams zu akzeptieren. Dies ist erforderlich, da sich die therapeutische Arbeit mir Sexualstraftätern von der klassischen Psychotherapie u.a. durch die Übernahme von Kontrollaufgaben im Rahmen von Kooperationen mit Polizei, Bewährungshilfe und Justizbehörden unterscheidet. Zum Abschluss der Behandlung erstellt die PAJu einen Bericht für die zuweisende Stelle mit Aussagen über die Entwicklung des Klienten im Behandlungsverlauf und seinem Stand zum Abschluss der Behandlung – einschließlich der zu diesem Zeitpunkt getroffenen Risikoeinschätzung.

Therapeutisches Konzept

Die therapeutische Arbeit hat als primäre Zielsetzung die Rückfallvermeidung und unterteilt sich in zwei Schwerpunktbereiche mit unterschiedlichen Behandlungszielen:

Die deliktorientierte Arbeit beinhaltet folgende Behandlungsziele:

  • Verantwortungsübernahme für das eigene delinquente Handeln
  • Ablegen von Verleugnungsstrategien und Bagatellisierungen
  • Entwicklung von adäquaten Konfliktbewältigungs- und Rückfallvermeidungsstrategien
  • Wecken von Opferempathie und Wissen über die selbstschädigenden Aspekte von deliktischem Verhalten
  • Auseinandersetzung mit dem Deliktzyklus und Wissen über Tatablauf und -dynamik
  • Erlernen der Fähigkeit zur Impulskontrolle
  • Einschätzung bzw. Umgang mit Risikosituationen

Die persönlichkeitsorientierte Arbeit umfasst u.a. folgende Ziele

  • Vermittlung und Verbesserung rückfallhemmender Fertigkeiten
  • Erkennen eigener Bedürfnisse und Wünsche sowie Trainieren von sozialen Fertigkeiten zur angemessenen Äußerung und Durchsetzung
  • Vermittlung von Wissen über die eigene psychische Störung und das Erlernen von Bewältigungsstrategien
  • Bearbeitung der individuellen Lebensbiographie

 

Kosten

Die Behandlung in der Psychotherapeutischen Ambulanz im Auftrag der Justiz Trier ist kostenfrei.

Kontakt

Telefonische Erreichbarkeit:

Mo – Fr 08:00 - 12:00 Uhr
Do 13:00 - 15:00 Uhr

 

Telefon: 0651 –  99 87 401
Fax: 0651 –  99 87 404